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FAQ - häufig gestellte Fragen
Lohnt sich eine Solaranlage überhaupt?
Ja, für die meisten Hausbesitzer in Deutschland. Eine typische 10 kWp-Anlage kostet etwa 16.000 Euro. Über 20 Jahre ersparen Sie sich etwa 20.000 bis 25.000 Euro an Stromkosten, abhängig von der Strompreis-Entwicklung. Zusätzlich erhalten Sie eine Einspeisevergütung von etwa 10.000 Euro. Zusammen mit Steuervergünstigungen und Förderungen macht das ein deutlich positives Geschäft.
Der Break-Even-Point liegt typischerweise nach acht bis zwölf Jahren. Danach läuft die Anlage noch 15 bis 25 Jahre mit Gewinn.
Entscheidend ist: Sie brauchen einen guten Preis und einen seriösen Installateur. Mit einer zu teuren Anlage oder schlechter Ausführung kann sich das Projekt nicht rentieren.
Wie lange hält eine Solaranlage?
Solarmodule halten sehr lange. 40 bis 50 Jahre sind realistisch. Nach 20 Jahren produzieren sie meist noch etwa 90 % der ursprünglichen Leistung. Nach 30 Jahren etwa 85 %.
Der Wechselrichter ist das schwächste Glied. Nach zehn bis 15 Jahren kann ein Austausch nötig werden und kostet etwa 2.000 bis 4.000 Euro. Viele Wechselrichter laufen jedoch auch 20 Jahre und länger.
Speicher halten etwa zehn bis 15 Jahre, je nach Typ und Nutzung.
Praktisch bedeutet das: Eine heute installierte Anlage produziert in 25 bis 30 Jahren wahrscheinlich noch mindestens 80 % ihrer Ausgangsleistung.
Was passiert bei Verschattung?
Verschattung ist ein echtes Problem. Wenn ein Baum oder ein Schornstein Teile der Anlage beschattet, sinkt der Ertrag ungefähr proportional. 30 % Verschattung bedeuten rund 30 % weniger Ertrag.
Ein guter Installateur prüft die Verschattung in der Planung. Er nutzt professionelle Tools wie Fisheye-Kamera-Aufnahmen, um Schatten zu analysieren. Wenn eine kritische Verschattung erkennbar ist, kann er die Anlage anders ausrichten oder die Modulanzahl und Größe anpassen.
Ein unerfahrener Installateur spart sich diese Analyse. Dann produziert die Anlage später weniger als erwartet.
Funktioniert eine Solaranlage auch im Winter?
Ja, aber mit deutlich reduzierter Leistung. Im Sommer produziert eine Solaranlage etwa vier bis fünf kWh pro kWp und Tag. Im Winter nur etwa ein bis eineinhalb kWh pro kWp und Tag.
Wichtig ist die Jahresrechnung, nicht die Monatsrechnung. Über das Jahr gesehen produziert eine gute Anlage genug Strom, um die Stromkosten deutlich zu senken, auch wenn der Winter schwächer ist.
Brauche ich einen Speicher?
Es kommt darauf an. Ein Speicher kostet zusätzlich etwa 6.000 bis 10.000 Euro. Mit Speicher können Sie 60 bis 70 % Eigenverbrauch erreichen. Ohne Speicher 30 bis 40 %.
Mit der aktuellen Einspeisevergütung von rund 8,6 Cent pro kWh ist der Erlös für eingespeisten Strom relativ niedrig. Aus rein finanzieller Sicht rechnet sich ein Speicher oft nicht.
Ein Speicher macht Sinn, wenn Sie maximale Unabhängigkeit vom Netz wollen. Sehr hohe Strompreise zahlen oder Ihre Stromkosten maximal reduzieren möchten.
Er macht weniger Sinn, wenn Sie nur Kosten sparen wollen und normale Strompreise zahlen.
Kann ich die Anlage später erweitern?
Technisch ist eine Erweiterung möglich, aber rechtlich und wirtschaftlich ist sie kompliziert. Zusätzliche Module können neue Genehmigungen, neue Verträge mit dem Netzbetreiber und eventuell eine andere steuerliche Behandlung auslösen. Insbesondere dann, wenn Sie die Grenze von 30 kWp überschreiten.
Ein guter Installateur berücksichtigt eine mögliche spätere Erweiterung bereits in der Erstplanung. Fragen Sie aktiv danach.
Was kostet die Wartung?
Die Module brauchen fast keine Wartung. Eine gelegentliche Reinigung zwei bis drei Mal pro Jahr ist sinnvoll und kostet etwa 200 bis 300 Euro jährlich.
Der Wechselrichter kann gelegentliche Updates benötigen, meist sind diese kostenlos.
Ohne Versicherung liegen Wartungskosten bei etwa 300 bis 500 Euro pro Jahr. Mit Versicherung sind sie häufig im Beitrag enthalten, typischerweise betragen sie 400 bis 500 Euro pro Jahr.
Wie werden Steuern bei Solaranlagen behandelt?
Seit 2023 sehr großzügig. Die Einspeisevergütung ist für Anlagen bis 30 kWp vollständig einkommensteuerfrei. Es gilt 0 % Mehrwertsteuer auf die Anlage. Es ist keine Gewerbeanmeldung nötig und keine zusätzliche Steuererklärung, solange Sie unter 30 kWp bleiben.
Das ist ein deutlicher Fortschritt gegenüber früheren Jahren.
Kann ich die Anlage vermieten?
Ja, im Rahmen eines Mieterstrommodells. In der Praxis benötigen Sie dafür einen spezialisierten Betreiber. Allein lässt sich dieses Modell kaum seriös umsetzen.
Mehr Details finden Sie im eigenen Abschnitt zum Mieterstrommodell.
Was ist, wenn ich umziehe?
Die Solaranlage ist an das Dach gebunden und zieht nicht mit um. Sie können sie verkaufen oder dem neuen Eigentümer übertragen.
Wenn Sie vor dem Break-Even-Point umziehen, also acht bis zwölf Jahre nach der Installation, ist das ungünstig. Die Anlage hat sich dann noch nicht vollständig bezahlt und der Verkaufspreis liegt meist unter den Anschaffungskosten.
Nach dem Break-Even-Point können Sie die Anlage mit Gewinn verkaufen, da sie sich bereits amortisiert hat.
Insgesamt ist das Risiko eher psychologisch. Selbst bei einem Verkauf mit Verlust sind die Gesamtverluste häufig überschaubar.
Brauche ich eine Genehmigung für die Solaranlage?
Ja, aber der Prozess ist normalerweise einfach. Typischerweise benötigen Sie:
- Eine Baugenehmigung: Diese wird meist vom Installateur bei der Gemeinde eingereicht.
- Eine Elektro-Anmeldung beim Netzbetreiber: Das erledigt der Installateur.
- Einen Eintrag im Marktstammdatenregister: Dies können Sie oder der Installateur online vornehmen.
Der Prozess dauert meist zwei bis vier Wochen und kostet etwa 300 bis 600 Euro. In vielen Angeboten des Installateurs sind diese Kosten bereits enthalten.
In seltenen Fällen kann eine Gemeinde die Genehmigung ablehnen, zum Beispiel bei Denkmalschutz. Das ist jedoch die Ausnahme.
Wie funktioniert die Einspeisevergütung?
Die Einspeisevergütung ist eine garantierte Zahlung für jede Kilowattstunde Strom, die Sie ins öffentliche Netz einspeisen. Die Vergütung ist gesetzlich festgelegt und für 20 Jahre garantiert. Die aktuelle Rate liegt bei rund 8,6 Cent pro kWh.
Die Zahlungen erfolgen monatlich oder jährlich automatisch über den Netzbetreiber.
Die Vergütung sinkt etwa jedes Halbjahr leicht. Daher ist es sinnvoll, die Anlage eher früher als später zu installieren.
Kann ich während der Sonnenstunden Strom sparen?
Ja, wenn Sie tagsüber zu Hause sind und Strom verbrauchen. Die beste Strategie ist, große Verbraucher in die Sonnenstunden zu legen: Also beispielsweise die Waschmaschine um 10 Uhr statt um 20 Uhr laufen zu lassen.
Mit einem Speicher können Sie Strom aus den Sonnenstunden in den Abend verschieben und Ihren Eigenverbrauch erhöhen.
Ohne Speicher sind 30 bis 40 % Eigenverbrauch realistisch. Mit Speicher 60 bis 70 %.
Lohnt sich eine Solaranlage auf einem Mehrfamilienhaus?
Ja, aber es ist komplexer als beim Einfamilienhaus. Es gibt zwei grundlegende Optionen:
- Der Hausbesitzer installiert eine Anlage und nutzt den Strom selbst. Zum Beispiel für Gemeinschaftsflächen oder eine Hausmeisterwohnung.
- Der Hausbesitzer nutzt das Mieterstrommodell. Ein spezialisierter Betreiber installiert und betreibt die Anlage. Mieter kaufen den Strom.
Meist ist das Mieterstrommodell attraktiver, weil der Betreiber sich um Technik, Abrechnung und Risiko kümmert und der Hausbesitzer passives Einkommen erhält.
Was sollte ich sonst noch wissen?
Ein oft unterschätzter Faktor ist die Psychologie. Viele Betreiber berichten, dass sie sich besser fühlen, weil sie ihren eigenen Strom produzieren und weniger abhängig vom Energiemarkt sind.
Eine Solaranlage ist zudem ein sichtbares Statement für Klimaschutz. Das kann den Immobilienwert indirekt erhöhen, da Käufer und Mieter das positiv wahrnehmen.
Beachten Sie regionale Unterschiede bei Sonneneinstrahlung und Strompreisen sowie Ihr Verbrauchsverhalten. Eine Anlage lohnt sich besonders, wenn Strom teuer ist und tagsüber viel verbraucht wird.